Bittere Folgen für die Hunde

Ein Welpe in einem spanischen Tierheim

Ein Welpe in einem spanischen Tierheim

Vor kurzem berichteten wir über die Beschlagnahmung eines Transports mit 41 Hunden, die in Deutschland ein neues Zuhause finden sollten.

Das die Hintergründe für das Vorgehen des Veterinäramts und die Verfehlungen auf Seiten einiger Tierschützer Diskussionsbedarf auslösen, wurde bereits an anderer Stelle beschrieben. Das die Wogen sehr hoch schlagen und teilweise sehr emotional debattiert wird, ist verständlich.

Doch welche Folgen hat die Beschlagnahmung und die damit verbundene Diskussion für den Auslandstierschutz?

Heute erreichten uns die ersten Berichte über die bitteren Folgen dieser Aktion.

Viele Tierschutzinitiativen sind natürlich verunsichert, ob und in welcher Form Transporte stattfinden können. Nachdem uns auf Nachfrage bereits einige Organisationen mitgeteilt haben, dass sie auf Transporte zunächst verzichten, bis hier Klarheit geschaffen wurde, stehen die Tierschützerinnen und Tierschützer in Spanien vor einem großen Problem.

“Wir bekommen die Hunde nicht nach Deutschland,” teilt uns Maria* mit, die in Spanien 60 Hunde betreut, die alle in Deutschland vermittelt sind, “weil die geplanten Transporte abgesagt wurde.

“Wir haben versucht, für die Tiere Flüge zu buchen, aber da die Fluggesellschaften nur begrenzte Kapazitäten bieten, ist alles bis auf weiteres ausgebucht. Das Problem ist: Dadurch, dass die bereits vermittelten Hunde nicht ausreisen können, habe ich jetzt keinen Platz, um Hunde aufzunehmen, die noch in der Tötung sitzen. Dem entsprechend muss ich nun tatenlos mit ansehen, wie 30 Hunde in den nächsten Tagen getötet werden, wenn kein Wunder geschieht.

Blich auf ein spanisches Tierheim

Blich auf ein spanisches Tierheim

Auch Katharina, die ein Tierheim im Süden Spaniens leitet, plagen Sorgen um die Tiere, die eigentlich in ein neues Leben starten könnten.

“Bis 2004 wurde hier regelmäßig euthanasiert.”, sagt die studierte Veterinärin. “Dies war in den letzten fünf Jahren glücklicherweise nicht nötig, da wir die Tiere gemeinsam mit einer deutschen Tierschutzorganisation immer rechtzeitig vermitteln konnten.”

Nun muss sie sich das erste Mal, seitdem sie das Heim leitet, gegenüber den Behörden rechtfertigen, da die Kapazitäten des Tierheims ausgeschöpft sind.

“Im Moment haben wir Hunde in einer kommerziellen Pension untergebracht und zahlen 150 Euro pro Tag für die Betreuung.”

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Eine Adoptantin rief uns an und flehte um Hilfe: “Wir haben vor zwei Wochen einen Hund aus einer Perrera adoptiert. Da die Pension vor Ort ausgebucht ist, wird der Kleine am Freitag eingeschläfert, wenn ihn keiner rausholt.” In diesem Fall konnten wir den Hund über befreundete Tierschützer abholen lassen. Die Adoptantin hat zwischenzeitlich Urlaub nehmen können und wird ihren Schützling in einigen Tagen persönlich in Empfang nehmen können.

Angeblich wurden nach Angaben verschiedener Organisationen in der Zwischenzeit 16 Hunde “euthanasiert”, die eigentlich bereits in Deutschland adoptiert waren. Diese Zahl können wir natürlich weder belegen noch beurteilen. Fest steht jedoch, dass es in den nächsten Tagen und Wochen zu vermehrten Tötungen in den spanischen Perreras kommen wird.

Wie das aussieht erklärte uns Anfang des Jahres ein städtischer Tierfänger, der auch für die Tötungen zuständig ist:

“Die Tötungslisten ergeben sich- anders als bei anderen Perreras – nach der Dauer der Anwesenheit der Hunde. Wenn ein Hund mehr als vier Wochen bei uns ist und sich niemand für ihn meldet, wird er getötet. Bei uns töten wir nur mit T61, die Tiere sterben meistens innerhalb von wenigen Minuten. Es gibt allerdings auch in Spanien noch Perreras die mit Giftcoctails oder mit Gas töten.”

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