Das C.A.A.C in Castellbisbal (Spanien) Teil 4

Hier finden Sie Teil 1, Teil 2 und Teil 3 des Berichtes.

Mein Fazit und Gedanken über den Auslandstierschutz

Gegen 20:00 Uhr konnten wir losfahren. Nach anfänglichen Gebelle und Gefiepe waren unsere Fahrgäste nach kurzer Zeit ruhig und friedlich. An einer Raststätte nahe der französischen Grenze nahmen wir noch vier Hunde von einem deutschen Paar entgegen, die die Tiere aus dem Tierheim Pals rausgeholt hatten. Nach ca. 14 Stunden kamen wir dann müde, aber erleichtert an unserem Ziel in der Nähe von Darmstadt an.

Die bereits abgeladenen Boxen mit ihren Insassen

Die bereits abgeladenen Boxen mit ihren Insassen (die Gekippte war bereits leer!)

Hier warteten schon die neuen Familien und Pflegeeltern der Hunde. Ausgestattet mit den Impfpässen, wichtigen Infos und Medikamenten konnten Hunde und neue Herrchen in ein neues Leben starten.

Einige Gedanken zum Auslandstierschutz

Viele Menschen sind der Meinung, dass in Anbetracht überfüllter Tierheime in Deutschland die Vermittlung von Tieren aus dem Ausland zumindest fragwürdig ist. Außerdem schleppen Hunde aus dem Süden häufig Leishmaniose-Viren ein und überhaupt: Auslandstierschutz ist ein Faß ohne Boden – für jedes vermittelte Tier kommt ein anderes in die Perreras in Spanien oder die Canile in Italien.

Diese dreibeinige Hündin sucht noch ein Zuhause

Diese dreibeinige Hündin sucht noch ein Zuhause

Sicherlich handelt es sich hierbei um Argumente, die richtig sind.

Dennoch bin ich der Meinung, dass es sehr wohl sinnvoll ist, im Ausland Tierschuz zu betreiben und Hunde und Katzen nach Deutschland zu vermitteln. Denn auch für meine Sicht der Dinge gibt es gute Argumente:

Zum einen leisten die deutschen Tierschutzorganisationen Hilfe zur Selbsthilfe. Viele Ehrenamtliche sind vor Ort und helfen den häufig finanziell angeschlagenen Tierheimen, Standards zu verbessern, Kastrationen durchzuführen und unterstützen mit logistischer und organisatorischer Hilfe. So hat zum Beispiel das Tierrefugium Hanau im Jahr 2007 zusammen mit der Tierherberge Donzdorf mehr als 4,5 Tonnen Futter gesammelt und an Tierheime geliefert. Der “ETN” führt Kastrationen in Südeuropa durch, um so die unkonntrollierte Vermehrung von Streunerhunden zu unterbinden.

Der Verein Hundeherzen e.V. berichtet auf seiner Homepage über mehr als 900 erfolgreiche Vermittlungen von Hunden. Jede einzelne Vermittlung bedeutet eine Entlastung für die Tierheimbetreiber und die Vermittlungsgebühren helfen, das Heim zu unterhalten. Natürlich wird jeder freie Platz von einem neuen Hund eingenommen, durch die Einnahmen wird jedoch ermöglicht, dass eine ordentliche Grundversorgung gesichert werden kann.

Eine von zwie Katzen, die wir mitnehmen konnten

Eine von zwie Katzen, die uns begleiten konnten

Außerdem gibt es in deutschen Tierheimen zwar viele Tiere, die ein Zuhause suchen. Gerade bei den Hunden ist es jedoch so, dass kleine und mittelgroße Rassen sehr selten anzutreffen sind. Für die Interessenten, die in den Tierheimen nicht fündig werden, stellen die Hunde aus dem Ausland eine gute Wahl dar. Neben der Tatsache, dass einem armen Tier ein gutes Zuhause gegeben werden kann, ist auch erwiesen, dass die Hunde aus dem Tierschutz sehr menschenbezogen werden und sehr sozial sind. Die Alternative wäre, dass solche Leute zu Züchtern gehen und damit einen fragwürdigen Markt beleben. Die Alternative für die Hunde wäre, dass sie eingeschläfert werden, wenn sie nicht vermittelbar sind.

Zudem, und das sollte man sich immer vor Augen halten, ist die Streunerhunde-Problematik in Süd- und Osteuropa ein menschengemachtes Problem. Die Hunde haben es sich schliesslich nicht ausgesucht, auf der Straße zu leben.

Da ist zum Beispiel die Tatsache, dass viele Menschen ihre Hunde als “Gäste” betrachten. So bekommen die Hunde von Menschen Futter und Wasser, für medizinische Versorgung oder Erziehung möchten diese Menschen dann jedoch nicht aufkommen. Menschen setzen Hunde aus oder weigern sich aus falschverstandenem Stolz, sie kastrieren zu lassen. Ein großer Teil der Straßenhunde sind Nachkommen von Familienhunden. Erst, wenn es selbstverständlich ist, seinen Hund kastrieren zu lassen, zeigen auch die Kastrationsaktionen der Tierschutzorganisationen endlich die gewünschte Wirkung.

Auch dieser Hund wartet auf eine Familie

Auch dieser Hund wartet auf eine Familie

Zu guter Letzt möchte ich mein persönlich wichtigstes Argument in Form einer Geschichte darstellen, die ich auf der Webseite der Tierherberge Donzdorf gefunden habe:

Als der alte Mann bei Sonnenuntergang den Strand entlang ging, sah er vor sich einen jungen Mann, der Seesterne aufhob und ins Meer warf. Nachdem er ihn schließlich eingeholt hatte, fragte er ihn, warum er das denn tue.

Die Antwort war, dass die gestrandeten Seesterne sterben würden, wenn sie bis Sonnenaufgang hier liegen bleiben.

„Aber der Strand ist viele, viele Kilometer lang und Tausende von Seesterne liegen hier,“ erwiderte der Alte. „ Was macht es also für einen Unterschied, wenn Du Dich abmühst?“

Der junge Mann blickte auf den Seestern in seiner Hand und warf ihn in die rettenden Wellen.

Dann meinte er: „Für diesen hier macht es einen Unterschied”

Für ihn machte es einen Unterschied!

Für ihn macht es einen Unterschied!

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