Einfach angefahren und liegengelassen
Von Normen | 6. August 2010 | Kategorie: Aktuelle Informationen |Update: Leider ist das kleine Katerchen seinen Verletzungen erlegen. Im Laufe der Nacht verschlimmerte sich sein Zustand plötzlich rapide. Trotz aller Versuche, seinen Kreislauf zu stabilisieren, war “John Doe” nicht OP-fähig und die dringende Bauch-OP, die notwendig geworden war, konnte nicht durchgeführt werden. Als der Kleine eingeschlafen ist, waren wir bei ihm, so dass er wenigestens nicht alleine gehen musste.
Wir danken dem Team der Tierklinik, das wirklich alles getan hat, um dem Kleinen zu helfen und ganz besonders der aufmerksamen Anwohnerin, die sofort gehandelt hat.
Heute erreichte uns ein Hilferuf aus der Nachbarschaft. Eine Anwohnerin meldete sich und teilte uns aufgeregt mit, dass vor ihrem Haus eine Katze angefahren wurde. Kater “John Doe”, wie wir ihn getauft haben, wurde durch die Wucht des Aufpralls einige Meter über den Zaun bis in den Garten der besorgten Anruferin geschleudert und blieb schwer verletzt liegen.
Der Fahrer des Autos, der unmöglich nicht bemerkt haben konnte, was passiert war, hielt es während dessen nicht für notwendig anzuhalten und fuhr einfach weiter. Die Anwohnerin versuchte nun in der Nachbarschaft jemanden, der sie zum Tierarzt fahren oder ihr sein Auto leihen könnte.
Die liebe nachbarschaft hielt es jedoch genauso wenig für notwendig, dem vor Schmerzen schreienden Tier zu helfen, wie der Fahrer.
So haben wir uns dem Kater angenommen und ihn schnellstmöglich in die Tierklinik gefahren. John Doe hat beide Hinterläufe gebrochen, links eine offene Fraktur und rechts einen Splitterbruch. Außerdem hat er leichter innere Verletzungen, die – etwas Glück vorausgesetzt – nicht operiert werden müssen.
Nun heisst es, dem Kleinen die Daumen zu drücken, dass das linke Bein gerettet werden kann.
Der Kater ist zwar bei TASSO registriert, leider ist die hinterlegte Adresse seiner Besitzer nicht mehr aktuell, dennoch haben wir ein wenig Hoffnung haben, dass sich seine Halter melden. Sollten sich seine Menschen nicht melden, haben wir entschieden, dass wir ihn in unsere Obhut nehmen.
Hätten der Autofahrer und die Nachbarn gewusst, dass für verletzte Fundtiere die Kommunen für die Versorgung aufkommen müssen, wäre dem hübschen Kerl sicherlich einiges Leid erspart geblieben. Aber vielleicht – und das ist meine Befürchtung – sind diese Menschenauch einfach nur ignorant …
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Unser “Brauni” hatte vor Jahren Glück im Unglück. Er wurde wie der arme Kater angefahren und liegengelassen. Bis mitten in der Nacht ein junger Mann vorbeifuhr, anhielt und das kleine Bündel von der vielbefahrenen Kreuzung aufhob und Brauni bei den Tierschützern Hochtaunus abgab. Diese brachten den Kater dann zu einer Tierärztin in Gemünden, die sich um ihn kümmerte. Unterdessen suchten wir die Gegend ab und eine Nachbarin erzählte von einer braunen, angefahrenen Katze. Schnell war Brauni gefunden und die weitere medizinische Behandlung übernahmen wir, bis der Kater wieder auf den Beinen war. Eine körperliche Schiefe und leichte geistige Aussetzer waren die Folge. Geblieben ist bis zu seinem Tod die Liebe zu unserem Sohn, die er jede Nacht damit bewies, dass er neben seinen Kopf schlief, und die Liebe unseres Sohnes an seinen Kater, der nicht ohne ihn einschlief. Leider wurde er ein zweites Mal angefahren, welches zum sofortigen Tode führte. Wer miterleben muss, wie schrecklich Kinder weinen können, wie tief ihr Schmerz sitzt und dass man den Tod nicht rückgängig machen kann, wird hoffentlich durch Ortschaften langsamer fahren.
Unser tiefster Dank gehört all denjenigen, die geholfen haben ohne Wenn und Aber.