Kritische Gedanken zum Tierschutz …
Von Normen | 7. April 2009 | Kategorie: Allgemein |… erreichten uns vor Kurzem. Damit Sie sich selber ein Bild machen können, veröffentlichen wir sie hier gerne und freuen uns über Ihre Meinung:
Liebe Kollegen,
ich habe mir am Wochenende einige Gedanken dazu gemacht wie es im Tierschutz, zumindest was meinen Part daran angeht, weiter gehen soll angesichts der aktuellen Situation, vor allem im politischen Bereich.
Ich bitte daher darum meine folgenden Worte als das zu sehen was sie sind: meine Meinung; meine Einschätzung zur Lage und deren Konsequenzen. Ihr alle mögt anders darüber denken, und irgendwo hoffe ich das auch – denn ich muss leider sagen dass ich derzeit nicht viel Hoffnung sehe für unsere weiteren Bemühungen, vor allem im Bereich der politischen Arbeit.
Es reicht mir schon wenn ich mir ansehe wie unsere Vertreter bei der EU – unsere Abgeordneten – uns und den Tieren kürzlich in den Rücken gefallen sind und die Situation für die Labortiere nun schlimmer ist als vorher.
Es ist ja wohl klar dass hier die Pharmakolosse und anderen Vertreter der Tierversuchslobby ihre Muskeln haben spielen lassen. Und wenn ich sage Muskeln, dann meine ich: Geld.
Ich bin der Ansicht dass ganz oben angefangen und ganz unten aufgehört – vom Kanzler bis zum EU-abgeordneten – alles massiv korrumpiert und bestechlich ist.
Was haben wir dem entgegen zu setzen ?
Nichts.
Unsere lächerlichen paar Petitionen und Protestbriefe.
Einige Kollegen wollen ja nun demnächst nach Brüssel fahren und ihr Anliegen – das der Streuner – vor Ort unterbreiten. Natürlich bin ich dafür alles zu probieren, doch mein Glaube daran .. ist so gut wie nicht mehr existent.
Ich bin Teil einer Gruppe, die sich mit Serbien befasst. Ein engl. Kollege und ich haben im letzten Jahr umfassende Dokumentationen zusammen gestellt und an die EU weitergeleitet (auch an den FFW, der das Material zwar anforderte, sich daraufhin aber weder geäußert noch je wieder gemeldet hat). „Mark“ schickte mir in den letzten Monaten wiederholt Meldungen seitens der Mailboxen der EU-abgeordneten dass unsere Anfragen jeweils ungelesen gelöscht wurden. Und das nicht nur von einer oder zwei Personen …
Und ich will dazu sagen dass wir nicht täglich zwei Mails geschickt haben und so den Leuten massiv auf den Nerv gingen. Es ist nur so offensichtlich dass es ihnen, Pardon, „am Arsch vorbei geht“.
Und so ist es mit den Streunern (freut Euch auf Juni, wenn über das OIE-ding abgestimmt wird – und denkt daran was sie letzte Woche mit den Labortieren gemacht haben), im Agrarbereich, mit den Robben, etc.War da nun eigentlich was am 2. April – wo man doch auf EU-ebene darüber abstimmen wollte was nun mit dem Handelsverbot für Robbenprodukte ist ?
Nein ?
Was war das noch mit der Bundesregierung vor zwei Wochen von wegen Deutscher Alleingang, wenn die EU sich schon nicht rührt ?
Die, die sich schon mehrere Jahre mit der Thematik beschäftigen werden sich sicher erinnern dass wir jedes Jahr zur selben Zeit – nämlich im Feb./März, wenn die „Jagd“ statt findet – dergleichen aus der Politik hören.
Alles atmet auf und denkt „Oh Gott, ENDLICH“ und lehnt sich entspannt zurück in dem Glauben jetzt sei es endlich vorbei.
Und dann ist auf einmal wieder alles still. Bis nächstes Jahr.
Es ist doch so offensichtlich dass dies nur eine Hinhaltetechnik ist, die auch funktioniert, so wie es aussieht.
Mark erzählte mir erst am Mittwoch ein Freund sei vor wenigen Tagen aus Kanada zurück gekommen und die Robbenjagd sei noch nicht einmal zur Hälfte vorbei. Die Medien haben das Thema schon vor anderthalb Wochen abgehakt, die Politik schweigt.
Tja – und wir ?
Warten, warten, warten …
Es war auch Mark der mir sagte – und er lebt in der Nähe von London – dass man die G20-gegner alle eingesammelt und mitsamt ihrer Plakate in ein „Gehege“ eine halbe Meile vom Veranstaltungsort verbracht habe, damit von den Entscheidungsträgern nur ja keiner einen Normalbürger mit einer eigenen Meinung zu Gesicht bekommt.
Noch Fragen ?
Wir werden doch allesamt verarscht.
Die grossen Tierschutz-orgs …
Die sind doch, zumindest in Deutschland, größtenteils „e.V.“ – und damit Teil eines Systems das sie gar nicht bekämpfen DÜRFEN – ohne ihren Status als eingetragener, und damit geduldeter, Verein zu gefährden.
Sind wir bitte realistisch: die „Grossen“ haben in erster Linie ein Interesse dass vor allem anderen kommt: ihre eigene Existenz. Und sie werden NICHTS tun das an dem Ast sägen könnte auf dem sie sitzen. Für kein Tier, und auch für keinen Menschen der Welt – denn das Gleiche gilt natürlich für UNICEF, BROT FÜR DIE WELT, und wie sie alle heissen.
Von der „HSUS – Humane Society of the United States“, der größten US-Tierschutzorganisation, weiss man dass sie auf einem Jahrsbudget von 12 Millionen Dollar sitzt (möglicherweise mehr seither). Bei den anderen wird es ähnlich sein.
Das ist ein schönes weiches Geldkissen, das man sich nur ungern von einem anderen unter’m Hintern weg ziehen lässt.Hier sucht mal also vergebens nach vollem Einsatz für die Sache. Und logischerweise bekommen wir aus dieser Richtung auch immer nur zu hören man solle sich in Geduld fassen, Petitionen unterschreiben, Protestbriefe schicken, bloss nicht „überreagieren“, und spenden.
Ja, fein.
Angesichts Abermilliarden täglich bestialisch hingemeuchelter Lebewesen soll man BLOSS NICHT überreagieren.
Nein, warum auch ?
Wir, und die Tiere, haben ja alle Zeit der Welt.
Wisst Ihr was man sich heute fragt, 60+ Jahre nach dem 2. Weltkrieg ?
Wie konnte das nur passieren ?
Wo waren sie – die anderen Scholtz’s und Stauffenberg’s ?
Nur ein paar hundert mehr davon, und das hätte alles nicht passieren müssen.
Ja, wo waren sie nur .. ?
Vermutlich saßen sie zuhause auf dem Sofa und dachten „Bloss nicht überreagieren“ – das geht schon wieder vorbei wenn wir nur alle fleißig weg sehen.
Bis ihnen das Sofa unter dem Hintern explodierte.
Die grosssen Org’s und auch viele von Euch lehnen die ALF ab. Warum die Grossen das tun, ist klar. Sie fürchten um ihre Pfründe, wenn man sie mit „denen“ in einen Topf wirft und sie möglicherweise als „radikal“ oder auch nur als Sympathisanten einstuft.
Es geht hier ein tiefer Riss mitten durch die Bewegung, und der Sache nützt das sicher nicht.
Doch wenn eines klar ist dann das: die ALF und Initiativen wie sie leben eines Motivation, die sich von der der grossen Org’s grundlegend unterscheidet: dort ist jedes Leben wertvoll und verdient es gerettet zu werden – auch indem man eigene Risiken in Kauf nimmt. Für die Grossen können schon mal ein paar Milliarden am Wegesrand umfallen, wenn nur die Kasse hinterher wieder stimmt.
Wer des Nachts in Legebatterien einbricht riskiert damit nicht nur vom Staat dafür gestraft zu werden, sondern kriegt auch gleich noch eine aus den eigenen Reihen auf die Mütze. Denn er schadet dem „Business“.
Der einzige der sich kaum beklagt wenn er aus einer solchen Hölle frei kommt, ist das Huhn, der Nerz, der Laborbeagle …
Tieren ist die Politik egal.
Viele werden sagen dass sei keine zivilisierte Art und Weise mit dem Problem umzugehen (die ALF hat NOCH NIE Menschenleben geschädigt).
Ah ja ..
Nun – Hitler, wie Stauffenberg es vor hatte, über den Haufen zu knallen oder hoch zu jagen, wäre auch nicht wirklich zivilisiert gewesen, hätte aber Millionen Leben gerettet (ich will hier zu GARNICHTS auffordern – das ist lediglich ein Vergleich)
Und von wegen Zivilisations-lack: wartet mal ab wenn sich auch hierzulande die erste ernstzunehmende Naturkatastrophe ereignet – was glaubt ihr wie schnell der zivilisierte Bürger zum Anarchisten wird wenn es um seine eigene Haut geht ? Das ist eine Sache von Minuten.
Das wissen auch die Politiker, klar. Und die haben alle schon lange ihre Pläne fertig, wie sie sich vor dem rachsüchtigen Mob retten, den sie so lange an der Nase rumgeführt haben.
Ich glaube ich muss hier auch nicht wirklich weiter reden – ich denke Ihr versteht worauf ich hinaus will.
Was tun wir also ?
Weitermachen wie bisher ?
Wenn ich dächte wir kommen voran, bin ich jederzeit dabei.
Aber so ist es nicht.
Vielleicht hat man in Brüssel letzte Woche schon mal die Vorstufe für das geschaffen was im Juni mit dem OIE-programm weiter geführt werden soll. Bauklötzchensystem …
Die G20 haben sich auf Investitionen von 100 Milliarden EUR geeinigt, um dieses verlogene kapitalistische System zu retten und weiterzuführen. Erstens wird das nicht funktionieren; zweitens verschuldet uns das alle bis in die Steinzeit – und wenn einiges von dem Kapital aus China stammt (und das ist wahrscheinlich) dann sind wir über kurz oder lang bald nur noch geduldete Gäste im eigenen Land (auf den Ortschildern steht dann: „Frankfurt am Main, Landkreis Peking. Eigentum der Volksrepublik China); und dann stellen wir uns doch mal vor was man mit dieser Summe alles machen könnte: kein Kind in Afrika müsste mehr Hungers sterben – kein Obdachloser mehr auf der Strasse pennen – kein Streuner würde mehr mit T61 qualvoll in einer dreckigen Ecke verrecken – etc.
Aber nein.
Eine Antwort auf diese Mail ist nicht nötig. Lasst Euch das Gesagte nur mal durch den Kopf gehen.
Ich für meinen Teil möchte bitten nun erst mal aus den Verteilern genommen zu werden, denn ich möchte mich einige Zeit nun auf anderes konzentrieren bis ich entweder meinen Glauben an die Sache wieder-, oder aber für mich eine andere Lösung gefunden habe.Ich habe es einfach satt laufend Petitionen zu unterschreiben, die nichts bringen; an Politiker zu appellieren, die mich ignorieren; mich mit Kollegen rum zu schlagen die meinen ich schade der Bewegung oder die sich unentwegt nur in Selbstbeweihräucherung ergehen (und somit die Sache auch missbrauchen); am Tag 25 Vermittlungsmails weiter zu schicken, die für die einen die Paradelösung schlechthin sind und die anderen meistens eh gleich löschen; etc.
All das frisst sehr viel Zeit – die ich zwar durchaus bereit bin zu investieren – aber auch nur dann wenn es tatsächlich was bringt.
So wie es ist drehen wir uns doch nur im Kreise.
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Ja, liebe/r unbekannter Schreiber/in,
wir drehen uns zu oft im Kreise und sind dem ausgeliefert,was andere im Glauben, alles richtig und gut zu machen, beschließen und bestimmen.
Aber sollen wir deshalb aufgeben? Sollen wir deshalb Augen, Ohren und Mund verschließen, um nicht anzuecken oder Ignoranz zu erleiden?
Wir dürfen nicht aufgeben! Wir müssen weiter kämpfe, auch wenn es schwer fällt.
Wir müssen den Berg immer wieder zu erklimmen versuchen, auch wenn wir streckenweise um Meter wieder herunter purzeln.
Wir sind viele – uneins zwar und oft hilflos.
Wir sind Sisyphus, wir sind Don Quijote.
Wir sind aber auch Phoenix.
Wir können etwas bewegen und wir sollten es tun, solange wir atmen.
Barbara