Neue Infos von Pro Iure Animalis

Pro Iure Animalis

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Die Organisation Pro Iure Animalis hat neue Infoblätter veröffentlicht, die auf der Website des Vereins heruntergeladen werden können. Eines der Flugblätter behandelt das Thema “Auslandsjagd”, welches wir hier stellvertretend für die hervorragend recherchierten Infos veröffentlichen wollen.

AUSLANDSJAGD

und Jagdtouristen in Deutschland

pro iure animalis

Einer der perversesten, dekadentesten und fragwürdigsten Auswüchse der Hobby- und Spaßjagd ist der Jagdtourismus, der das oft gebrauchte Wort vom „Heger und Pfleger“ ins Licht der Realität rückt.

Bei derartigen Auslandsjagden, sei es in Afrika, Südamerika oder osteuropäischen Ländern wird finanziell potenten Jägern die Möglichkeit geboten, im Ausland teils artengeschützte Tiere zu töten. Diese Form der Jagd entbehrt jeglicher auch nur annähernd moralischer Rechtfertigung wie Bestandskontrolle und Nahrungsbeschaffung.

Sie dient ausschließlich dem Trophäenkult, der Befriedigung der Jagdlust, kurz der Lust am gezielten Tiermord und der Befriedigung niederer, allerniederster Tötungsinstinkte!

Nach wie vor werden in Deutschland solche Jagdreisen für den organisierten Tiermord zum persönlichen Vergnügen angeboten, es darf dafür geworben werden, es ist ein Schandfleck für das gesamte Land.

Preisbeispiele:
So kostet bei Jagdreisen nach Südafrika der Abschuss von:

Oryx EUR 435,00

Burchell‘s Zebra EUR 565,00

Hartmann Zebra EUR 565,00

Eland EUR 1.250,00

Giraffe EUR 2.050,00

[…]

Leopard EUR 2.500,00

Gepard EUR 2.050,00

Vogeljagd im Ausland: ebenfalls unter sehr starker deutscher Beteiligung

Europas Hobbyjäger schießen ganz offiziell in jedem Jahr über 100 Millionen Vögel – der Länge nach aufgereiht würde die Jagdbeute einmal um den Erball reichen! Für den Transport des „Wildprets“ mit einem Gesamtgewicht von rund 66.000 Tonnen bedürfte es fast 7.000 handelsübliche LKWs.

Von allen allen Ländern ist Frankreich mit jährlich 25 Millionen geschossenen Vögeln der unumstrittene „Spitzenreiter“ in Sachen Vogelmord, gefolgt von Großbritannien (22 Millionen) und Italien (17 Millionen). Deutschlands Jäger haben sich mit 2,3 Millionen erlegten Vögeln auf Platz 6 geschossen.

Ganz vorne auf der der Beliebtheitsskala bei Europas Jägerschaft stehen Fasanen (21,9 Millionen geschossene Tiere jährlich) und Ringeltauben (15,5 Millionen). Auf Platz 3 findet sich die Singdrossel: 14,9 Millionen wurden im Untersuchungszeitraum geschossen – kein anderer Singvogel wird so massiv bejagt.

Für viele Arten, die ohnehin schon große Bestandseinbußen durch Lebensraumzerstörung in den Brut- und Überwinterungsgebieten hinnehmen müssen, ist die Jagd ein zusätzlicher Verlustfaktor, der ihren Fortbestand in Europa ernstlich in Frage stellt.

Beispiel Feldlerche: Obwohl den zuständigen EU-Behörden bekannt ist, daß die Bestände dieser Art in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden seit 1970 um mehr als 50 % abgenommen haben, werden Feldlerchen in der europäischen Vogelschutzrichtlinie weiter als jagdbar eingestuft. Die Folge: Trotz akuter Gefährdung werden pro Jahr mehr als 2,5 Millionen Feldlerchen in der EU geschossen oder mit Netzen gefangen. Ganz legal.

Ein weiteres Beispielangebot für Jagdtourismus:
Braunbär in Kamtschatka pro Jäger inklusive

  • alle Lizenzen und Genehmigungen für die Jagd;
  • Rohpräparation der Trophäen, Verpackung für Rücktransport;
  • Getränke und Spirituosen (begrenzt) im Jagdrevier;
  • Abschuss von 1 Riesenelch (unlimitiert in Größe und Gewicht) US$ 8.450,00

pro iure animalis

Wer oder was ist pro iure animalis?

pro iure animalis – Für das Recht des Tieres – ist eine Initiative von Personen, die Natur, Umwelt und vor allem Tiere wertschätzen! Dies verlangt, dass wir beispielsweise jede Form der „Spaß- und Trophäenjagd“ ablehnen. In unseren Heimatlandkreisen kämpfen wir seit Jahren gegen Jagdvergehen und informieren die Öffentlichkeit. Helfen Sie uns, im Sinne des Natur-, Umwelt- und Tierschutzes!

Jagdtourismus nach Deutschland
Im Gegenzug ist auch der Jagdtourismus nach Deutschland zu unterbinden. Sinnvolle Jagdeinschränkungen und -verbote in anderen europäischen Ländern wie den Niederlanden, Belgien und der Schweiz, haben zu einer Form von Jagdtourismus nach Deutschland geführt. So können beispielsweise Niederländer in Gebieten von Rheinland-Pfalz bei organisierten Jagden gegen Bezahlung ihrem Hobby nachgehen. Zunehmend werden sogar Stimmen aus Reihen der deutschen Jäger laut, die diese Praxis verurteilen und deshalb Gesellschaftsjagden in Staatsforsten nicht mehr besuchen. Der beispielsweise aus Amsterdam angereiste Niederländer hat bei einer derartigen Jagd logischerweise keinerlei Interesse an einem selektierenden ökologischen Vorgehen, sondern möchte für seine Euros ein kapitales Tier erlegen.

Verwerflich ist aber insbesondere die Tatsache, dass staatliche Stellen solche Jagden ausschreiben, wobei die Tötung der Tieren ohne ökologische Grundlage nur nach dem Prinzip der Trophäenjagd stattfindet und die Behörde wiederum billigend in Kauf nimmt, dass ökologische Strukturen aus fehlendem Interesse und fehlender Sachkenntnis der Jäger zerstört werden.

pro iure animalis fordert kompromisslos:

  • Verbot der Werbung und des Angebots von Auslandsjagden
  • Untersagung des Jagdtourismus in Deutschland
  • Bei Teilnahme an Auslandsjagden Bestrafung wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz

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