Offener Brief an die spanische Botschaft
Von Normen | 19. März 2009 | Kategorie: Aktuelle Informationen |Spanien ist ein beliebtes Urlaubsziel. Doch vielen Touristen ist garnicht bewusst, welche Tierquälerei in dem europäischen Land an der Tagesordnung ist. Wir reden hier nicht von der “anderen Mentalität”, mit der tierquälerisches Verhalten of entschuldigt wird.
Hier geht es nicht darum, dass es gerade in Spanien besonders viele Menschen gäbe, die Spaß an Tierquälerei empfinden. Die Problematik liegt also nicht in einer Mentalität begründet, sondern vielmehr in der Ignoranz der Behörden vor Ort.
Die Tatsache, dass Tierquälerei in manchen gerade südeuropäischen Ländern – obwohl verboten – garnicht verfolgt wird, sorgt für ein Klima, in dem dann Tiere zur allgemeinen Belustigung gequält werden.
Hier muss angesetzt werden. Und als potentieller Tourist haben Sie die Macht dazu. Boykottieren Sie Länder, in denen Tierschutzgesetze nicht vorhanden sind oder nicht durch die zuständigen Behörden nicht verfolgt werden.
Wie soll man sich vom Alltagsstress erholen, wenn man weiss, dass Tiere in der Nachbarschaft gequält oder getötet werden?
Schliesslich würden Sie auch nicht in einem Haus unmittelbar neben einem Schlachthof leben wollen, oder?
John vom Tierrefugium Hanau hat einen offenen Brief an die spanische Botschaft verfasst, welcher sich genau damit befasst – nämlich der Untätigkeit der Behörden:
Sehr geehrte Damen und Herren der spanischen Botschaft,
Ihr Land ist nicht nur Europameister im Fussball sondern auch Europameister im Tierquälen. Gedenkt Ihre Regierung eigentlich dagegen etwas zu unternehmen oder wollen Sie auch weiterhin den moralischen Verfall Ihrer Nation tolerieren?
Ihr Volk hat sich lange genug am Leid der Tiere ergötzt. Schluss mit aufgehängten Galgos, Schluss mit aufgespießten Stieren. Schützen Sie Ihre Tiere und unterbinden Sie solche abscheulichen Spektakel.“Ternera de peluche” von Rosa Montero
Es geschah während des Stadtfestes von Fuente del Saz del Jarama (Madrid-Spanien) im September. Man setzte eine junge Kuh, ein Kälbchen noch, so jung, dass es, statt anzugreifen, übermütig herumtollte. Zu sanft, zu zutraulich, so erschien dem Mob des Städtchens diese noch milchsäugende Bestie. So entschieden sie sich, das Tier zu verprügeln und mit Steinen zu bewerfen, um ihm zu zeigen, was Wildheit bedeutet.Danach wurde das Kälbchen in ein Gatter gesperrt, was wiederum die „peña“ (der Stammtisch) von Jarama dazu nutzte, ein altes Auto zu starten, um damit das arme Tier drei, viermal zu überfahren. Das war vielleicht ein Vergnügen!
Die junge Kuh war von schlechter Qualität, da sie sofort ziemlich ramponiert aussah und sie nicht mehr in der Lage war, sich vom Boden zu erheben. Sie konnte nur noch den Kopf und den Hals bewegen, sie blutete aus dem Maul und wimmerte, als ob es sich nicht um eine Kampfkuh handeln würde.
Enttäuscht über ihren Mangel an Zusammenarbeit in einem solch ethnischen und prächtigen Ritual, versuchten einige Burschen, sie aufzustellen, um mit der Gaudi weitermachen zu können.
Aber dieses Viech hatte wohl die Wirbelsäule gebrochen, da sein Körper vollkommen gelähmt war und es nicht aufhörte, wie im Todeskampf verzweifelt zu muhen.
So ließen sie das Tier zu Boden fallen und sie hielten sich noch eine Weile damit auf, ihm Fußtritte zu versetzen.
Danach kam ein Mann und schnitt ihm noch lebend ein Ohr ab, welches er dann mit eleganter Geste einer Dame überreichte. Da die Burschen nun schon ihren Spaß gehabt hatten, entschlossen sie sich, dem Kälbchen die Kehle durchzuschneiden. Doch der Schlächter traf nicht richtig die Vene und das Tier begann während einer ganzen Weile noch heftig zu schnaufen.Ein Herr von Welt ermutigte seinen achtjährigen Sohn, auf den um sein Leben kämpfenden, von Krämpfen geschüttelten Körper des Kalbes zu springen.
Ein sehr lehrreiches Spiel, denn so erzieht man Kinder zu Henkern.
Es werden noch viele September kommen und mit ihnen andere Grauen und Entsetzlichkeiten und andere Schmerzen, die man hier „fiestas“ nennt.
Welche Verzweiflung überkommt mich, mit diesem wilden und schrecklichen „Spanischtum“ das Land teilen zu müssen.
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