Süditalien: Tierschützerin schwer verletzt
Von brinchen | 26. März 2009 | Kategorie: Aktuelle Informationen |Vor einiger Zeit berichteten wir über einen Vorfall in Sizilien, bei dem ein Kind von einem Rudel Hunde angegriffen wurde und schliesslich verstarb. Heute nun erreicht uns ein Bericht aus Apulien (Süditalien). Hier wird nicht nur Jagd auf die Straßenhunde gemacht, sondern auch auf die TierschützerInnen, die den Tieren helfen.
Hier einige Berichte, die die Lage beschreiben:
[…] es ist purer Wahnsinn, eine Tierschützerin ist ins Krankenhaus eingeliefert worden mit einem Schädeltrauma. Das ganze ereignete sich in Apulien. Die Tierschützerin Valentina führt ein Tagebuch und schreibt: ” Es passierte, ich hätte nie gedacht, dass so etwas hier möglich ist. In einer zivilisierten Stadt: wir sind im Krieg, 2 tierschützerinnen wollten gerade die Hunde füttern und wir wurden von der Bevölkerung angegriffen, die eine hat eine Kopfwunde, der anderen wurde das Auto zerstört.
Die Tierschützerinnen leben in Apulien, in Barletta, mehrere hunderte Kilometer entfernt von den Stränden, wo sich letzte Woche das Drama mit dem Kind ereignet hat. Aber nach diesem sizilianischen Drama ist die Psychose im ganzen Süden explodiert. Ziel sind nicht nur die Hunde, sondern auch die Helfer, die sie schon immer füttern.
Wir sind jetzt im Delirium pur, erzählt Valetina, die in Modica lebt, dort, wo der Bürgermeister sogar die Anordnung unterschrieben hat, die es erlaubt, jeden Strassenhund zu vernichten. Das Gras wird gemäht überall, damit sich nirgendwo ein Hund verstecken kann. Zuflucht suchen kann. Der Befehl lautet, jeden Hund zu vernichten, auch die schon sterilisierten.
Jägerhorden stürmen die Apotheken, um Gift zu kaufen und bereiten damit tödliche Köder zu.
Wir Helferinnen sind wenige und werden jeden Tag bedroht. Wir versuchen aber alle Hunde zu retten, die wir erreichen können.Das Tagebuch von Valentina erreicht die e-mail-adressen von allen Tierschutzorganisationen und klingt nach einem Kriegsbericht. Mit der Zahl von Opfern und Geretteten, die schnell ins Auto geladen werden und weggeschleppt durch die Felder, aus Angst vor Drohungen und Vergelung.
Das tam-tam kommt bis zu den Tierschutzvereinen nach Mailand, Bozen, Turin: man sucht Unterkünfte, zeitliche Unterbringung von Welpen und Erwachsenen “helft uns, wenn jeder von euch einen adoptiert, retten wir viele” schreibt Domenica.
Heute reisen 7 Hunde in Richtung Mailand. Wir versuchen die Felder zu leeren, um den Amok zu vermeiden.
Gestern Abend bin ich mit Freunden zu Marina di Modica gegangen, schreibt Valentina, am Ortseingang waren Carabinieri, die Hunde waren umzingelt und hatten wahnsinnigen Hunger. Wenn keiner sie füttert. werden sie gefährlich! Aber die Henker wollen alle umbringen und bedrohen uns. In der Dunkelheit haben wir versucht, nachzusehen, ob vergiftete Köder zu sehen sind. Ich bin alleine aus dem Auto gestiegen, weil die anderen Angst hatten. Die Hunde waren ausser sich vor Hunger und die Menschen, die sie hetzen, die waren genauso ausser sich. Gestern ist Valentina erneut auf die Strasse gegangen und hat 5 Welpen aufgelesen, die sich zum Schutz in einem Müllcontainer verkrochen hatten. Jetzt ruft uns auch die Gemeinde, auch wenn es nicht unsere Pflicht ist, die Hunde einzufangen zu Hilfe, das Problem ist, dass, wenn der Hund des Nachbarn bellt, werden diese Hunde als gefährlich angezeigt und sie werden weggebracht. so werden die ausgesetzten Hunde noch mehr.
Die Leute hier wollen keine Probleme haben, die ganze Nothilfe wird nur geleistet durch das GELD DER HELFER UND DER SPENDER, auch wenn allein in Sizilien in 3 Jahren 3 Mio. Euro von den Behörden zur Verfügung gestellt wurden. WO IST DAS GELD fragt Francesca Martini, Staatssekretärin für Gesundheit, sie versucht die Bürgermeister, die gegenüber dem Gesetz verantwortlich sind, zu überprüfen.
Die Helfer haben dazu eine Meinung, aber die kann man nicht erzählen, ohne damit zu rechnen, dass die Mafia und Camorra, die das GeschäftŽschon seit Jahren gerochen haben. JEDER Hund bringt jeden Tag ein paar Euro und so hofft jeder Betreiber von privaten Tierheimen, dass die Zahl der Strassenhunde wächst: mehr Hunde, mehr Geld und wenn die Tiere fehlen, werden sie gestohlen, auch aus Privatbesitz, das ist hier normaler Alltag, so wie die Vergiftungen, erklärt Vivianna Nastasi aus Catania.
Uns haben sie BOLDO umgebracht, im kommunalen Veterinäramt, sie haben ihn vergiftet, er sollte am nächsten Tag adoptiert werden. WARUM? Wir wissen es nicht, vielleicht ist es eine Art Drohung an uns Helfer gewesen, wir haben sie angezeigt, aber wir werden damit nichts erreichen.
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Wir sind eine kleine Tierschutzorganisation,wie können wir
helfen ????
(Bericht Süditalien)
Mit freundlichen Grüßen B.Gabeli