Wer kennt diesen Hund?

Update: In der Zwischenzeit haben wir einen ersten Hinweis, welcher Verein Hardy vermittelt hat. So wie es aussieht, haben seine früheren Halter ihn für 100,00 € ohne irgendeine Vor- oder Nachkontrolle von dem eingetragenen Verein mit Sitz im Rhein-Main-Gebiet übernommen. Eine zunächst gute Nachricht für Hardy hat sich leider erledigt: Seine Pflegestelle musste leider wieder absagen, nun suchen wir ganz dringend eine neue Stelle für Hardy.

Wieder einmal musste ich Zeuge einer menschlichen und tierischen Tragödie werden, die in mir einige Fragen aufwirft.

Aber von Anfang an: Gestern mittag klingelte mein Telefon und am anderen Ende meldete sich eine Dame, die mich fragte, ob ich sofort einen Hund aufnehmen könnte. Die Frau stellte sich als Bewährungshelferin vor, die mir dann erzählte, dass einer ihrer Klienten einen Hund in totaler Verwahrlosung halten würde, der dringend raus müsste.

Neben dem Hund würde in der völlig verdreckten und vermüllten Wohnung auch ein Säugling leben und das Jugendamt hätte das Kind gerade herausgeholt. Nun machte sich die Dame Sorgen um das Wohlergehen des Tieres und suchte händeringend einen Platz, wo “Hardy”, wie der Hund heisst, erstmal unterkommen könne.

Kurzentschlossen sagten wir zu, bei diesem Notfall zu helfen und so fuhr ich gestern nachmittag in die Frankfurter Innenstadt, um den Hund in Empfang zu nehmen.

Laut Aussage der Halter (!) lebte Hardy schon seit Monaten ohne Auslauf und Fürsprache in einer winzigen, mit Kot und Urin verdreckten Küche. Das Tier war übersät mit Flöhen und Milben und in einem sehr ungepflegten Zustand.

So ungepflegt, wie ich es selbst in Tötungsstationen selten erlebt habe. Der Gestank des Hundes war dermaßen beißend, dass ich mir nicht vorstellen möchte, wie es in der Wohnung tatsächlich aussah.

Ich habe den Süßen erstmal mit nach Weilrod genommen. Hardy war in den ersten Stunden völlig überdreht ob der Eindrücke, erst am späten Abend hatte sich der Hund soweit gefangen, dass man ihn genauer begutachten konnte.

Zunächst habe ich ihn (und mich) gegen Parasiten behandelt. Die Decke in seinem Körbchen war heute morgen beinahe schwarz, so viele tote Flöhe fanden sich darin.

Und dann der Schock: Wie sich herausstellte, stammt Hardy aus dem Tierschutz!!! Er kommt laut Aussage der völlig überforderten Halterin ursprünglich aus einer Tötungsstation in Ungarn und wurde Anfang des Jahres von einem Tierschutzverein adoptiert.

Wie es möglich ist, dass ein Tierschutzverein einen Hund in solche offensichtlichen Umstände vermittelt wird, kann ich mir nur so erklären, dass es keine Vorkontrolle gegeben hat.

Und schon bin ich bei dem Thema, dass Tierschutz immer humanistisch geprägt sein muss.

Was wäre wohl passiert, wenn eine Vorkontrolle stattgefunden hätte und die entsprechende Person gesehen hätte, in welchen Problemen die Interessenten stecken? Es ist natürlich einfach – und ich bin gerne dabei – gegen untätige Veterinärämter zu schimpfen. Doch sollte man sich vorsehen, dass man seiner eigenen Verantwortung nachkommt.

Denn mit ein wenig verantwortungsvollen Handeln hätte man dem Kleinkind und dem Hund vielleicht eine Menge Elend ersparen können!

Wenn Sie den Hund kennen und wissen, von welcher Organisation er kommt, bitte ich Sie, uns eine Nachricht zu senden!

Hardy ist ein echter Traumhund.
Der etwa 18 Monate alte Rüde ist stubenrein, und das trotz der Tatsache, dass er Monate lang gezwungen war, in einem winzigen Raum sein Geschäft zu verrichten.

Hardy ist sehr intelligent, hat eine Schulterhöhe von ca. 45cm und ist Hündinnen gegenüber verträglich, was Rüden angeht, haben wir bisher keine Erfahrungen gemacht.

Rüde Tyson gegenüber war er sehr freundlich, dies beruhte allerdings nicht auf Gegenseitigkeit, so dass wir es nicht weiter probiert haben.

Hardy ist sehr menschenbezogen und würde am liebsten den ganzen Tag knuddeln. Manchmal ist er etwas stürmisch aber auch größere Kinder dürften mit ihm jede Menge Spass haben.

Hardy sucht dringend eine Pflege- oder Endstelle, da wir ihn nur für zwei Tage unterbringen können. Wenn Sie helfen möchten, nehmen Sie bitte Kontakt zu uns auf.

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3 Kommentare zu “Wer kennt diesen Hund?”

  1. Sandy sagt:

    Wie grausam, gut dass die Bewährungshilfe Abhilfe geschaffen hat und Kind und Hund aus dem Saustall raus sind. Der Trend der Retter um jeden Preis steigt, die Qualität sinkt. Der Ruf der Auslandstierschützer knallt damit in den Keller. Seriöser Tierschutz ist über den Mikro-Chip herauszufinden, denn der verantwortliche Vermittler sollte registriert sein. Ob in dem Fall von Seriösität gesprochen werden kann, ist fraglich, denn sonst wäre ein Tier aus dem Tierschutz doch zumindest kastriert und kontrolliert. Überall wird getötet und dann gibt der Tierschutz noch unkastriert ab, das wäre ein Skandal. Um Auslandstierschutz und Handel überhaupt noch trennen zu können, sollte über Qualitätssiegel, die an gewisse unabdingbare Bedingungen geknüpft sind, nachgedacht werden.

  2. Volker sagt:

    Wenn die Chipnummer da ist, bitte mailen, man kann den Käufer zurückverfolgen, wenn er in Deutschland sitzt. Wenn er schon in Ungarn gechipt wurde, lasse ich dort mal recherchieren, vielleicht bekommen unsere Ungarn was raus. So ein Scheiß bringt uns alle in Mißkredit, ich könnte ko…
    Ein müder Volker, der heute ausgiebig auf Hundejagd war – und das Miststück war schon lange wieder daheim und lag auf dem Sofa der neuen Familie. Warum sammeln wir eigentlich nicht Briefmarken? Wäre soviel einfacher…

  3. Katharina sagt:

    Hallo Norman,

    es ist ein Trauerspiel! Die wirklich guten und verantwortungsvollen Orgas werden durch solche Vorfälle in Misskredit gtebracht. Mitschuldig sind alle Tierschutzmenschen, die die schlampigen Vereine, Orgas usw decken. Masse statt Klasse! Und was für ein Bild gelangt in die Öffentlichkeit? Zitat: Ach die Tierschützer – die sind doch alle gleich! Nur am Geld interessiert und kümmern sich einen Sch… um die vermittelten Hunde. Die sind nicht besser, als die Banker und Politiker, die sich die Taschen vollstopfen. Die Tierschützer bekommen von mir kein Geld mehr – wer weiß, auf welchem Konto das landet. Lieber gehe ich mit meiner Freundin abends schön essen! Zitatende
    Viele Vereine leiden inzwischen unter der Wirtschaftskrise und das Geld sitzt bei den Spendern nicht mehr so locker. Das ist den Hundeverscherbelern noch gar nicht ins Bewusstsein gedrungen. Sollte jeder mal drüber nachdenken.

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