“Wie die Verbrecher”

Anika* ist immer noch fassungslos. “Die haben uns behandelt wie die Verbrecher. Unsere Personalien wurden aufgenommen, wir wurden fotografiert und die Kinder durften nichtmal im Auto warten. So etwas habe ich noch nicht erlebt.”

Was war passiert? Am 25. Oktober traf ein Tierschutztransport eines bekannten Transporteurs in Deutschland ein. Als etwa 40 AdoptantInnen und TierschützerInnen die Hunde am Unterbacher See in Düsseldorf in Empfang nehmen wollten, griff das Ordnungsamt ein.

“Als der Transporter angekommen war, schossen plötzlich aus allen Ecken Polizisten mit kugelsicheren Westen aus den Büschen.” sagt Anika.”Meine Kinder weinten und niemand durfte seinen Hund in Empfang nehmen oder sich vergewissern, ob es den Tieren gut geht.”

Der Grund für die Aktion, für die sich das Düsseldorfer Veterinäramt verantwortlich zeigt, war ein Tipp einer enttäuschten Hundehalterin, die auf den Transport aufmerksam gemacht hatte.

In der Pressemitteilung der Stadt Düsseldorf heisst es:

„Anlass für die Mitteilung der Tierhalterin war, dass sie sich bereiterklärt hatte, einen Welpen aus einem vorausgegangenen Transport des gleichen Unternehmens aufzunehmen. Entgegen der Zusicherung, dass es sich um einen gesunden Hund handelte, war der Welpe so schwer krank, dass eine Vielzahl von Tierarztbesuchen notwendig war.“

Insgesamt 41 Hunde wurden beschlagnahmt und in Tierheim Düsseldorf verbracht.
Laut Aussage des Veterinäramts waren

„Die Transportbedingungen […] für alle Hunde katastrophal. Einige der Tiere waren offensichtlich krank, so etwa ein Welpe mit blutigem Durchfall. Die Tiere waren in zum Teil zu kleinen Boxen eingesperrt und über einen Zeitraum von mindestens zwei bis drei Tagen als Sammeltransport aus verschiedenen Orten in Spanien nach Deutschland gekarrt worden. In dem Bus herrschte ein unglaublicher Gestank nach Kot und Urin, die Tiere hatten in den Boxen mindestens zwei Tage ausharren müssen. Dies konnten die kontrollierenden Tierärzte des Amtes für Verbraucherschutz den mitgeführten Gesundheitsbescheinigungen entnehmen.“

Ob und in weit Pausen eingelegt wurden, um die Tiere auszuführen, konnte aus den mitgeführten Bescheinigungen natürlich nicht entnommen werden. Eine Tierschützerin, die den Bus auf einem Zwischenhalt von innen besichtigt hatte, ist jedoch nicht der Meinung, dass „ein unglaublicher Gestank nach Kot und Urin“ vorherrschte: „Ich habe kurz überlegt, ob die den Bus extra geputzt hätten. An Gestank kann ich mich nicht erinnern, ganz im Gegenteil.“

Für Dr. Peter Steinbüchel, dem leitenden Amtsveterinär ist die Sache klar. Der Grund für den teils jämmerlichen Zustand der Hunde liegt an den Transportbedingungen, unter denen die Tiere leiden mussten.

Tierschützer sind da anderer Meinung. „Die Tiere stammen aus Tötungsstationen und aus Tierheimen. Dort sind die hygienischen und medizinischen Umstände tatsächlich katastrophal“ wie uns die Sprecherin einer beteiligten Organisation zu verstehen gibt. „Dem entsprechend sind die Hunde natürlich ungepflegt und teilweise unterernährt.“ Um genau diesen Zustand zu ändern würden die Tiere ja nach Deutschland gebracht.

Das der lange Transport für die Tiere sicherlich nicht angenehm ist, steht hierbei außer Frage. „Doch die Alternative wäre, dass die Hunde in Spanien getötet würden. Darüber hinaus gilt gerade der beschuldigte Transporteur als besonders zuverlässig und das Fahrzeug wurde speziell nach Tierschutzaspekten umgebaut.“

Die Vorwürfe des Veterinäramts beziehen sich jedoch nicht nur auf die Art des Transports.

„So hätten beispielsweise Welpen überhaupt nicht transportiert werden dürfen. Ebenso auffällig die Unterlagen für einen Verein, der sich “W********e” (Name von der Redaktion gestrichen) nennt. Die Tollwutimpfung wurde zu früh vorgenommen, den Hunden war eine Fälschung einer amtlichen Gesundheitsbescheinigung mit Datum 4. Februar 2009 mitgegeben worden. Die Welpen sind jedoch erst am 1. Juli und 19. August 2009 geboren.“

Wie uns eine weitere Beteiligte bestätigte, gab es tatsächlich Unregelmäßigkeiten bei den Papieren einiger Tiere. „Von Vorsatz kann hier jedoch keine Rede sein. Leider ist es vor Ort in Spanien so, dass das häufig schlecht ausgebildete Personal mit den Papieren völlig überfordert ist. Das es hier zu Fehlern kommen kann, lässt sich leider nie gänzlich ausschliessen. Allerdings hätte die entsprechende Organisation die Richtigkeit der Impfausweise selbstverständlich prüfen müssen.“
Des weiteren würde das Veterinäramt sich bei der Auslegung der Unterlagen auf das Seuchenschutzgesetz beziehen und nicht auf EU-Tierschutzrecht.

Dies wiederrum sehen die Behörden anders:

„Die Art des Transportes stellt laut Amt für Verbraucherschutz einen Verstoß gegen EU-Tierschutzrecht dar.“

Auf Anfrage sendete uns eine Sprecherin der Behörde die Liste der Vorwürfe. In der E-Mail heisst es:

„Folgende gesetzliche Grundlagen kamen zur Anwendung:
Tierseuchenrecht:
EU-Recht:
Verordnung (EG) Nr. 998/2003 über die Veterinärbedingungen für die Verbringung von Heimtieren zu anderen als Handelszwecken und zur Änderung der Richtlinie 92/65/EWG
Entscheidung der Komission 2004/824/EG zur Festlegung eines Musterausweises für die Verbringung von Hunden, Katzen und Frettchen zwischen Mitgliedstaaten
Richtlinie 92/65/EWG des Rates über die Tierseuchenrechtlichen Bedingungen für den Handel mit Tieren, Samen, Eizellen und Embryonen in der Gemeinschaft sowie für ihre Einfuhr in die Gemeinschaft
Nationales Recht:
Verordnung über das innergemeinschaftliche Verbringen sowie die Einfuhr und Durchfuhr von Tieren und Waren (Binnenmarkt-Tierseuchenschutzverordnung-BmTierSSchV)
Verordnung zum Schutz gegen die Tollwut (Tollwut-Verordnung)
Tierschutzrecht:
EU-Recht:
Verordnung (EG) Nr. 1/2005 des Rates vom 22. Dezember 2004 über den Schutz von Tieren beim Transport und damit zusammenhängenden Vorgängen sowie zur Änderung der Richtlinien 64/432/EWG und 93/119/EG und der Verordnung (EG) Nr. 1255/97
Nationales Recht:
Tierschutzgesetz (TierSchG) vom 18.Mai 2006 i. d. g. F.
Verordnung zum Schutz von Tieren beim Transport (Tierschutztransportverordnung-TierSchTrV)

Auf das geltene EU-Recht bezieht sich jedoch auch der Transporteur und weist auf seiner Webseite explizit auf die Einhaltung der Vorschriften hin. Bis dato konnte er sich nicht zu den Vorwürfen äußern, hat allerdings eine Stellungnahme angekündigt.

Verschiedenene Medien haben diesen Vorfall aufgenommen und stellenweise sehr abenteuerliche Schlüsse gezogen. So schreibt z.B. die Rheinische Post in ihrem Online-Ableger „rp-online.de”:

„Sie (die Tiere, Anm. d. Red.) sollten für bis zu 280 Euro verkauft werden. Das bedeutet: Die Fahrt hätte der Organisation, die hinter dem Transport steht, rund 10 000 Euro eingebracht.“

Das es sich bei der genannten Summe um die sogenannte Schutzgebühr handelt, die dazu dient, die Kosten für Impfung, Transport etc. zu decken, läßt die Rheinische Post unerwähnt.

Dafür macht die Zeitung, die sich selber als überparteilich bezeichnet, aus den TierschützerInnen erstmal Hundehändler:

„Katrin Porysiak, Leiterin des Tierheims in Düsseldorf-Rath, warnt vor unseriösen Hundehändlern. Die Tiere sollten auf keinen Fall aus Mitleid gekauft werden, denn damit werde das skrupellose Geschäft nur angekurbelt.“

Der WDR berichtet in seiner Sendung „Lokalzeit Düsseldorf“ und zeigt Aufnahmen aus dem Transport, die von Mitarbeitern des Veterinäramtes gemacht wurden.

Auf den Bildern sieht man unter anderem Hunde mit entzündeten Augen und einen Hund, dessen Box augenscheinlich zu klein ist.

Screenshot WDR - Lokalzeit Düsseldaorf

Screenshot WDR - Lokalzeit Düsseldaorf

Screenshot WDR - Lokalzeit Düsseldorf

Screenshot WDR - Lokalzeit Düsseldorf

Die beteiligten Tierschutzorganisationen indes sind empört.

„Das ist eine absolute Schweinerei. Die Vorwürfe sind reine Schikane und die gezeigten Bilder sind irreführend. Uns wurden verschiedene Vorwürfe gemacht, von denen sich keiner als haltbar erwies. Immer wieder wurden verschiedene Anschuldigungen geäußert und dann wieder fallen gelassen. Außerdem wurden mittlerweile fast alle Hunde wieder rausgegeben.“

Die Tierschützer fühlen sich ungerecht behandelt und diskutieren über Möglichkeiten, gegen die in ihren Augen willkürlichen Anschuldigungen anzugehen.

Warum wurde der Transport überhaupt zugelassen?

Derweil wurde uns mitgeteilt, dass es sich bei der Tippgeberin nicht um die besagte besorgte Tierhalterin handelt, sondern um ein ehemaliges Mitglied einer der beteiligten Tierschutzorganisationen. In wie weit das stimmt, können wir an dieser Stelle nicht nachvollziehen.

Die Detailkenntnisse, die dem Veterinäramt vorliegen, sind nämlich so geheim nicht:

„Die Tierfreundin konnte sehr genaue Details mitteilen, aus denen hervorging, welches Unternehmen diese Transporte organisiert, um welche Art Fahrzeug es sich handelt (umgebauter Schulbus) und auch das Kennzeichen.“

Der Initiator des Transportes stellt nämlich transparent und für jeden ohne Aufwand einsehbar alle Termine, Routen und auch Haltestellen im Ausland als auch in Deutschland auf seiner Webseite zur Verfügung.

Schliesslich muss er sich auch gar nicht verstecken. Auf Anfrage teilte uns eine Kennerin des Unternehmens mit, dass der Bus „bereits mehrere Male im In- und Ausland von den Behörden kontrolliert wurde und nie irgendwelche Probleme oder Verstösse festgestellt wurden“.

Auf unsere Nachfrage beim Veterinäramt, ob vorab bekannt war, dass die Tiere sich in einem kritischen gesundheitlichen Zustand befanden und der Transport bedenklich sei, antwortet die Sprecherin mit einem kurzen „Nein“.

Auf unsere Nachfrage nach der Rechtfertigung für einen solch teuren Einsatz, stellt sie jedoch fest:

„Es lagen glaubwürdige Informationen über tierschutzwidriges Verhalten vor, das den Einsatz notwendig machte und auch bestätigt wurde.“

Wie diese Antworten zueinander passen, ist uns ein Rätsel, aber fassen wir zusammen:

Der Behörde lagen laut eigener Aussage „glaubwürdige Informationen über tierschutzwidriges Verhalten“, der genaue Termin, der Namen des Vereins, eine Beschreibung des Fahrzeugs inklusive Kennzeichen sowie Details über den Transporteur vor.
Mit minimalen Rechercheaufwand wäre es möglich gewesen, die genaue Route herauszufinden.

Trotz dieser Hinweise nimmt die Behörde in Kauf, dass „Die Tiere […] in zum Teil zu kleinen Boxen eingesperrt und über einen Zeitraum von mindestens zwei bis drei Tagen als Sammeltransport aus verschiedenen Orten in Spanien nach Deutschland gekarrt“ wurden, was „einen Verstoß gegen EU-Tierschutzrecht“ darstellt.

Auf unsere Frage schliesslich, ob die Einfuhr unter diesen Umständen nicht im Vorfeld hätte verhindert werden können, bekommen wir keine Antwort. Auf unsere Frage, warum der Transport erst in Düsseldorf gestoppt wurde, wenn die Route doch für jedermann ersichtlich war, antwortet unsere Ansprechpartnerin:

„Wir haben keine Erkenntnisse, ob andere Stellen angefahren wurden“.

Auch wenn der Vorgang als solches verwundert, die Antworten der zuständigen Behörde verwundern keinesfalls. Denn wenn es tatsächlich so wäre, dass das Amt das Leid der Tiere geduldet hat, um damit zu erreichen, den Transport „auf frischer Tat zu ertappen“, ist dies nicht nur moralisch mehr als bedenklich, sondern auch rechtlich zumindest fragwürdig.

Für die Organisationen, die Tiere aus dem Ausland holen, stellt sich indes die Frage, wie ein solcher Transport von Statten gehen kann, ohne das die Behörden Beanstandungen vornehmen können.

Wie uns die erste Vorsitzende eines bekannten Tierschutzvereins mitteilte, wurden die nächsten Transporte abgesagt und es wird zunächst überlegt, wie die Tiere nach Deutschland kommen können. „Fest steht jedoch, dass wir keine Termine oder Treffpunkte mehr im Internet veröffentlichen.“

Den Tieren, die nun gezwungenermaßen weiter in den Tötungsstationen und Tierheimen ausharren müssen, hilft dies freilich nicht weiter.

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10 Comments to ““Wie die Verbrecher””

  1. jana sagt:

    Anwort zu Herrn Kempfert vom 5.Nov.2009

    Hallo Herr Kempfert,
    finden Sie es denn nicht auch ein wenig merkwürdig, dass man einen Hund rausgeben möchte,
    der gar nicht da ist?
    Für mich stellt sich doch auch ganz zwangsläufig die Frage:
    Hat man das nicht schon am Sonntag bei der Aufnahme ins Tierheim bemerkt?
    Wurden diese Tiere denn gar nicht untersucht bei der Aufnahme, wenn sie doch in so
    einem schlechten Zustand waren?
    Oder wurden die Tiere, die man Montags freigegeben hat denn nicht noch mal alle untersucht,
    um sicher zu sein, dass kein krankes Tier dabei ist?
    Das alles sind Dinge die mich sehr wundern, denn glaubt man dem, was in der Presse steht, waren die Tiere in einem schlechten Zustand und dann hätte man sie untersuchen müssen und dazu gehört dann der passende Pass jedes einzelnen Hundes um zu schauen, was dort drin schon vermerkt ist, oder seh ich das alles so falsch?

  2. Heike Radtke sagt:

    Antwort auf Kommentar von Frau Sturm und Herrn Kempfert:
    Liebe Frau Sturm, lieber Herr Kempfert!

    Es ist richtig, daß in Polen Hunde für 25 Euro herausgekauft werden können. Dies gilt aber nicht für jedes Tierheim. Zu diesen Gebühren kommen aber dann nicht unerhebliche Benzinkosten oder sonstige Gebühren und Kosten! Außerdem dienen die Schutzgebühren zu einem Teil auch der Unterhaltung der Organisationen, die Tiere haben vielfach schon vor dem Transfer nach Deutschland Kosten verursacht ( Futter, Tierarztkosten, Unterbringung, etc.), andere Tiere “verursachen” nach dem Transfer Kosten ( z.B. für Pflegestellen) und viele Tierschutzinitiativen krebsen wirklich am Existenzminimun! Man sollte sich wirklich davor hüten , von einigen schwarzen Schafen ausgehend zu verallgemeinern und hinter jeder Organisation gleich ein Verbrechertum zu argwöhnen! Und wie gesagt, auch in hiesigen Tierheimem werden solche Gebühren erhoben!!!
    Lesen Sie bitte Artikel ” unvorstellbare Grausamkeiten” und gehen Sie mal bei bei renommierten Tierschutzorganisationen auf die Homepages…oder besser noch: Fahren Sie mal in die entsprechenden Länder und schauen sich vor Ort um….und dann denken Sie mal bitte nach!

    Freundlichst Heike Radtke

  3. admin sagt:

    Sehr geehrter Herr Kempert,
    folgende Antwort auf Ihre Anmerkung bezüglich des verwaisten Impfpasses sendete Frau Love:
    “Der Pass ging mit auf Reise, Hündin war bereits eingebucht und wir stellten noch vor Ort fest das sie leicht hustete! Daher blieb sie hier”
    Viele Grüße!

  4. admin sagt:

    Sehr geehrter Herr Kempfert,
    wir geben hier die verschiedenen Ansichten zu diesem Thema wieder, dem entsprechend hat auch Frau Love die Möglichkeit, dass ihre Stellungnahme hier veröffentlicht wird, wie Sie unter http://www.lassy.org/stasi-methoden/ nachlesen können.

    Auch mir ist der entsprechende Absatz aufgefallen und, wie Sie bemerkt haben, habe ich diesen auch nicht aus der Stellungnahme entfernt oder geändert.

    Ihre Frage nach den Hintergründen zum verwaisten Impfausweis leite ich gerne zur Beantwortung weiter, gleichermaßen interessieren mich natürlich die beschriebenen Belege für die Vorwürfe Ihrerseits.

    Übrigens, dass in Tötungsstationen mitunter Rassehunde gezüchtet werden, steht ausser Frage. Tatsächlich habe ich hierzu Informationen aus Ungarn vorliegen, die hier demnächst veröffentlicht werden.

    Viele Grüße!
    Normen Mrozinski | Lassy.org

  5. Lügen haben kurze Beine!
    Frau Love schreibt über den Verteiler Flugpate.com: Zitat:
    Montags wurde ein Hund zur Abholung frei gegeben, da bei diesem nichts zu beanstanden sei, der Pass ist in Ordnung und der Hund gesund!! Komisch nur, dass dieser Hund sich gar nicht auf dem Transport befand, er sitzt nach wie vor in Spanien! Hat man dies bei der Aufnahme der Tiere im Tierheim nicht festgestellt? Zitatende.
    Da komme ich ins Grübeln! Wieso liegt der Pass im Tierheim und der Hund ist noch in Spanien? Wurde etwa ein Hund auf den Pass eines anderen nach D gekarrt? Also, ganz sauber ist die Geschichte nicht. Da können noch so viele Anwälte eine Gegendarstellung veröffentlichen, der Dreck bleibt hängen. Die Orgas, die dem Tierhändler das Geld in den Rachen werfen, machen sich mitschuldig. Es werden sogar Hunde in Perreras gezüchtet. Darauf ist der Betreiber der Perrera sehr stolz. Und der Transporteur freut sich! Das ist doch prima, da gibt es wenigstens keinen Lieferengpass. (Sarkasmus) Nach zu lesen auf der Seite eines anderen Tierleid-Transporteurs. Ich habe die Seite als PDF gespeichert – für alle Fälle.
    Im Übrigen hat Frau Sturm schon alles gesagt.

  6. ich finde die Stimmungsmache gegen die Amtsvets und das TH einfach nur unter aller Konone- Ihr wollt Tierschützer sein?
    Was bitte hat es mit Tierschutz zu tun frisch operierte Hündinnen und total verwurmte Welpen durch die Gegend zu karren? Die Welpen haben von Verwurmung aller Coleur über Kokzidien und Giardien alles zu bieten, gefälschte Ausweise, gefälschte Transportpapiere und genau das nenne ich kriminell.

    Jeder regt sich auf wenn Amtsvets bei Fällen in Deutschland nicht oder zu spät handeln – hier haben sie völlig zu Recht gehandelt und dafür werden sie angegriffen und verleumdet !

    Wenn alles in Ordnung gewesen wäre ( und inzwischen sind auch Tierschützer die vor Ort waren der Meinung das es das eben nicht war! ) dann hätte es keinen Grund gegeben die Tiere zu beschlagnahmen.

    Hört endlich auf Euch selbst und andere zu belügen!

    Und: nein ich bin nicht gegen Tierschutz im Ausland, auch bei uns lebt ein Hund aus Kroatien nur da war alles sauber,dieser war geimpft,geshipt und die Papiere stimmten denn es gibt auch Tierschützer die sauber arbeiten und nicht Hundehandel unter dem Deckmantel Tierschutz betreiben.

    Was die “Schutzgebühren” angeht – wenn alles sauber ist o.k.
    Aber zum Großteil werden Schutzgebühren verlangt wo vorher schon Ausreisepatenschaften und Spenden gesammelt wurden – verdienen tun daran die deutschen Händler – das wenigste geht an die Spanischen Orgas das sie weiterarbeiten können-nur die sind es die die Tiere vorbereiten und päppeln !

    Das gleiche gilt für Polen – die Tierschützer dort übergeben die Hunde für 25.- Euro , geimpft,kastriert geshipt an Deutsche Orgas

    Nee Leute denkt mal nach.

    Es gibt Transportbestimmungen und Gesetze und die gilt es einzuhalten.Jeder Transport muss gemeldet werden wieviele Tiere und wann er ankommt beim zuständigen Vetamt
    Sauber arbeitende Orgas machen das auch und die anderen gehören gestoppt

  7. Selina sagt:

    Diese einseitige Berichterstattung der Medien ist wieder einmal typisch und ebenso das Verhalten der Amtstierärzte, die sich normalerweise nicht von ihren warmen Bürostühlen erheben, es sei denn, sie können Anerkennen bei der Berichterstattung erhaschen. Wenn sie nur da wären, wo sie wirklich gebraucht werden! Es ist einfach zum K…, wie die tatsächlichen Beweggründe für diesen Transport, von dem es zum Glück (noch?) viele gibt, hervorgehoben werden und nur polarisiert und mit falschen Behauptungen um sich geworfen wird (Verkauf und Erlös und Profitgier, einfach ekelerregend!) Meine Hunde und Katzen sind alle aus dem Tierschutz und kamen auf mehr oder weniger langen Transportwegen und gegen Schutzgebühr. So heißt das nämlich für alle Unwissenden! Und diese wird auch, wie im oberen Beitrag richtig erwähnt, von deutschen Tierheimen erhoben. Wenn man alle Tiere aus dem Tierschutz “verschenken” würde, gäbe es nämlich keinen Tierschutz mehr, weil dieser in der Regel nicht von begüterten Menschen betrieben wird! Dass auch mal kranke Tiere mitkommen, ist sicher bedauerlich, aber vermutlich nicht immer zu vermeiden, wenn man bedenkt, wie die Tiere im Ausland und speziell in den dortigen Tödungsanstalten gehalten und vor sich hin vegetieren müssen, und vor allem, wenn die Krankheit vorher nicht erkennbar war. Ich hatte selbst auch mal eine Katze aus einem deutschen Tierheim, die mir gesund übergeben wurde und dann fürchterlich erkrankte. Natürlich sollte der Gesundheitszustand bzw. Krankheiten mit den neuen Besitzern abgesprochen sein, aber ich denke, dass das bei seriösen Organisationen der Fall ist. Was gibt es für eine Alternative? Die Tiere in ihren Heimatländern ihrem Schicksal über- bzw. dort verrecken lassen? Es gibt einschlägige Fotos und Berichte mehr als genug im Internet für die, die den Mut haben, es zu ertragen. Bewunderung gehört doch denen, die nicht wie die Affen (nichts sehen, nichts hören, nichts sagen) durch die Welt laufen, sondern sich der Ärmsten der Armen annehmen und all das Leid dabei zu lindern versuchen. Verabscheuen kann ich nur die, die das als verwerflich ansehen!

  8. Cara sagt:

    Ich bin Cara, eine mittlerweile 12jährige Mischlingshündin aus der Türkei. Ich bin zwar mit dem Flugzeug gekommen, aber das ist ja nun für einen 5-Monate jungen Welpen weiss-Gott alles andere als ein Zuckerschlecken.

    Einer meiner Hundefreunde ist mit dem Auto aus Istanbul gekommen, der war sogar 10 Tage unterwegs – allein schon wegen der vielen Zwischenstationen. Einen Flug konnte keiner bezahlen. Wer zahlt auch schon so viel Geld für einen 10jährigen Hund ohne Rasse, ohne Erziehung, (fast) ohne Zähne und mit unbekannter Überlebensdauer? Überhaupt wollte ihn ja 10 Jahre lang keiner haben, nicht mal umsonst. Und als die Istanbuler Behörden seinen Tod beschlossen haben, war die lange Autofahrt nun mal seine EINZIGE und LETZTE Überlebenschance.
    Und da ich aus dem selben Tierheim komme wie mein Hundefreund – hätte mich genau das gleiche Schicksal erwartet, wäre ich nicht vor vielen Jahren gerettet worden. Nur dieser Tatsache verdanke ich ein langes und gutes, hundewürdiges Leben in MEINER Familie.

    Und nichts weiter wollten die Menschen für die Hunde aus Spanien, die jetzt “geschlagnahmt” wurden. Ist “geschlagnehmen” besser als von einer Familie adoptiert zu werden? Und die ohnehin schon so lange Fahrt dann auch noch durch “behördliche Maßnahmen zum “Schutz” der Hunde so vollkommen unnötig zu verlängern – macht das Sinn für die Hunde? Stellen sich deutsche Behörden SO praktizierten Tierschutz vor? Wart ihr mal in Spanien in einer Tötungsstation? Habt ihr gesehen, aus welch entsetzlichen Elend diese Hunde kommen? Im Vergleich dazu ging hatten wir in Istanbul ja schon fast das Paradies auf Erden. Wisst ihr das nicht, ihr Damen und Herren des Veterinäramtes und aus dem Tierheim Düsseldorf?

    Apropos Tierheim Düsseldorf:
    da war ich nämlich schon mal. Meine Mami hat jedenfalls geweint als wir den Hund, den wir zum Gassigehen mit zweibeinigen Bekannten abgeholt hatten, wieder in seinen dunklen einsamen Käfig zurückgeben mussten. Mittlerweile hat er Gott-sei-Dank auch ein gutes Zuhause und eine liebe Familie gefunden.
    Und ihr habt für ihn kein Schutzgeld genommen, nein? Und wenn die geschlagnahmten Hunde jetzt in euer Tierheim überstellt werden, dann nehmt ihr dafür auch kein Schutzgeld? Täuscht mich meine Erinnerung, oder war da nicht mal vor ein paar Jahren schon mal so eine Geschichte?

    Also meine Familie hat für mich sehr wohl Schutzgeld bezahlt – das wäre ja noch schöner, wenn Tierschutzvereine ihre Hunde auch noch umsonst an jeden X-Beliebigen verschenken würden! Sind wir denn wirklich gar nichts wert in Euren Augen? Ich meine, was sind denn schon 280 Euro? Rechnet dann noch bitteschön die Reisekosten runter. Und das Geld, das mitunter den Henkern in den spanischen Tötungsstationen hingeblättert werden muss, damit sie die Hunde überhaupt rauslassen. Dann noch Impfungen, Chips, EU-Pässe, manchmal medizinische (Not-)Versorgung, Futter, der Fahrer, die Transportkäfige…. Ich bin ja nur ein Hund – aber bedeutet Handel denn nicht, dass man erst etwas kauft und dann teurer verkauft? Macht man dabei im allgemeinen nicht Gewinn? Okay, gut, ich kann nicht rechnen; aber vielleicht kann mir ein Zweibeiner ja mal bei Gelegenheit vorrechnen, wie man dabei einen Gewinn macht. Am besten die Dame aus dem Tierheim Düsseldorf, die das ja auch behauptet hat.

    Ich und mein Hundefreund – wir protestieren jedenfalls auf das Schärfste!

    Wir sind entsetzt und empört – und zutiefst traurig. Und zwar gerade WEIL wir dieses Land hier wirklich lieben gelernt haben. Gerade ICH dachte, dass die Menschen hier nicht gar so grausam zu uns Hunden sind – jedenfalls so im allgemeinen. Und – weil wir Geschichten wie diese nun mal aus Sicht eines Hundes betrachten. Eines Hundes, für den es da wo er geboren wurde, einfach keine Chance gab.
    Könnt ihr euch eigentlich überhaupt vorstellen, wie das ist, wenn man auf die Welt kommt – und keine Chance auf Leben hat?

    Also liebe Zweibeiner aus Düsseldorf und andernorts:
    hört doch bitte, euch gegenseitig das Leben so unnötig schwer zu machen und aufeinander rumzuhacken. Ganz allgemein gesehen und insbesondere dann natürlich, wenn ihr mit euren “ich bin der bessere Tierschützer”-Aktionen letztlich nur ausgerechnet den ärmsten aller Socken, eine gerade gewachsene Hoffnung und Chance auf Leben nur sinnlos zerstört. Oder ist es nicht genau das, was ihr jetzt damit erreicht habt? Für wen auch immer das jetzt auch gelten mag…
    Und eines noch: HUNDE zu verraten und zu verpetzen, ist mit das Unrühmlichste, was sich ein Zweibeiner überhaupt leisten kann. Rache und Verrat sind Dinge, zu denen nur Zweibeiner fähig sind.

    Dies schreibt euch eine in Ehren ergraute und weise Hundefrau
    Cara Baghira, Straßenprinzessin von Istanbul

  9. Heike Radtke sagt:

    Ich kann diese unsägliche Geschichte nur über die jeweiligen Veröffentlichungen im Internet verfolgen, daher maße ich mir nicht an, zu wissen, was wahr oder unwahr ist. Mir fiel jedoch gleich als erstes auf, daß der Verdacht der Geldschneiderei schnell erhoben wurde, weil die Organisation 280 Euro für einen Hund nimmt. DAS IST IN HIESIGEN TIERHEIMEN NICHT ANDERS !! AUCH DORT WIRD EINE SCHUTZGEBÜHR IN DIESER GRÖßENORDNUG VERLANGT! DIES HALTE ICH AUCH FÜR ABSOLUT BERECHTIG!! Wenn man sich ein wenig mit der Thematik des Tierelends in Ost- und Südeuropa beschäftigt, uns zwar auch vor Ort, wie ich es in Polen und Spanien getan habe, dann weiß man, wie die Zustände dort sowohl in den Tierheimen, wie auch in den administrativen Stellen aussehen. Auch ich habe schon an Tiertransporten teilgenommen, die Umstände waren weder für Tier noch für uns Menschen ideal!

    Sicherlich darf man erwarten, daß die vor Ort tätigen Tierschutzorganisationen um die Problematik mit den Papieren und deren ordnungsgemäße Ausführung wissen und sich darum kümmern sollten.

    Und sicherlich haben ambitioniert arbeitende Tierschutzorganisationen unter den schwarzen Schafen zu leiden, die tatsächlich einen Handel mit Hunden betreiben und sich hierdurch bereichern!

    Ich denke aber , man sollte sehr vorsichtig sein mit Beschuldigungen auch gerade seitens hiesiger Tierschutzorganisationen. Alle spüren mittlerweile die stark einegebrochene Spendenbereitschaft der Bevölkerung und den damit massiv auftretenden Probleme für alle Tierschutz- und sonstige Organisationen. Dies darf aber nicht zu häßlichen “Neiddebatten” ( man möge mir dieses Wort verzeihen, etwas passenderes viel mir nicht ein!) führen, deren Grundtonus lautet, “wenn Tiere aus dem Tierheim dann bitte nur aus Deutschland!”. Bedauerlicherweise bemerke ich diese Tendenz schon seit ein paar Jahren !

    Und wenn sich ein/e Tierschützer/in über Kostenausgaben für einen Tierschutzhund beklagt, der ihm/ihr als gesund angepriesen wurde, dann kann ich nur darauf hin weisen, daß es auch schon Fälle von vermeintlich gesunden Hunden von deutscher Züchterseite gab, die so krank waren, daß sie eingeschläfert werden mußten. Habe dies bei einem Boxerwelpen miterleben dürfen, und das war für die Besitzer sehr tramatisch. Auch in unserem Lande geschieht diesbezüglich viel Unrechtes!!!

    Ich selbst hatte eine Katze aus einem deutschen Tierheim für einiges Geld geholt. Diese Katze war im ersten Jahr immer wieder krank und hatte ein ausgeprägtes Ohrmilbenproblem, so daß ich etliche Euro zum Tierarzt schleppen mußte. Daneben habe ich u.a. einen Hund aus Spanien, der derart unkompliziert ist, und mich bisher wenig an Tierarzt gekostet hat. UND GENAU SO IST DAS LEBEN !

    Also, bitte die Kirche im Dorf lassen und der Wahrheit dienen (dies als Appell an die Veterinäre in unserem Land, die sich auch nicht allzu oft mit Ruhm bekleckern!!!!) , und vor allem nicht den Mut verlieren!!

    Freundlichst
    Heike Radtke

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